Der Dirigent

Erste „Dirigierversuche“ schon im Vorschulalter: Immer wenn aus den großen Lautsprechern im Wohnzimmer dramatische Musik erklingt, wird der Holzkochlöffel aus der Küche geholt – und damit bis zur totalen körperlichen Erschöpfung gewedelt. Welchem Vorbild dabei nachgeeifert wird, ist nicht mehr erinnerlich. Später wird ein professioneller hölzerner Taktstock angeschafft, das „Repertoire“ auf Mozart und Beethoven beschränkt und auch die jeweils passende Partitur vor dem imaginären Orchester aufgelegt.

Nach diesen spielerischen Versuchen ergibt die Ernennung des Sechzehnjährigen zum Präfekten des Leipziger Thomanerchores die erste Möglichkeit zum „echten“ Dirigieren. Bis zum Abitur wird der Chor nun regelmäßig bei Proben und Aufführungen geleitet.

Das Kapellmeisterstudium in der Schweiz bei Manfred Honeck legt dann die Grundlage für das Dirigieren als Beruf. Während des Studiums ist der Orchesterverein Interlaken das erste eigene Orchester, dem sich – neben dem wunderbaren Einblick in die Bergwelt des Berner Oberlandes – schön musizierte Konzerte und grundlegende Erfahrungswerte im Umgang mit diesem „Instrument“ verdanken.

Dann folgt der professionelle Weg an mehrere deutsche Opernhäuser, zuletzt bis 2014 als musikalischer Oberleiter der Oper Wuppertal. Nachdem Gastdirigate schon mehrfach ins Ausland geführt hatten, folgt im Jahr 2014 die Ernennung zum Generalmusikdirektor der türkischen Staatsoper in Ankara. Die folgenden zwei Jahre in der Welt zwischen Orient und Okzident bilden mit ihren reichen künstlerischen, menschlichen und kulturellen Erfahrungen den bisherigen Höhepunkt der Dirigierlaufbahn.